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Peter Reifegerste: Mein "früheres" Leben als Keyboarder und Musiker

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Peter Reifegerste
Peter Reifegerste
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Mein "früheres" Leben als Keyboarder und Musiker

und meine Erfahrungen mit der digitalen Musikerzeugung der 1980er

Musik ist auch: Intuition - Inspiration - Meditation - Vision - Fantasie - Kreativität - Träumen - Fühlen - Sehnsucht - Freude - Spass - Glück - Hoffnung - Ruhe - Wärme - Entspannung - Trost - Mut - Kraft - Rebellion - Lachen - Weinen - Schreien - Tanzen - Springen - Fliegen - Heilung - Freiheit... usw.

Latin-Rock Live Band
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Ehrlich. Kantig. Emotional. Wie das richtige Leben
1984-1989
Deutsch-Rock Live Band
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Punktgenaues Jonglieren mit den Möglichkeiten der deutschen Sprache
1984-1989
Love Songs instrumental
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"Lebe Deine Gefühle und Du wirst Leben in Dir fühlen"
1990
Synthesizer instrumental
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Meine "lebendige" Natur voller empfindsamer, fühlender Wesen
1990
Konzeptalbum instrumental
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Zeitgemäß zum neuen Zeitgeist
1991
Song-Mix instrumental
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Musikalischer Song-Mix
1991
New Klassik instrumental
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Licht und Schatten unserer Persönlichkeit
1992
Ibiza Hippie Trommeln
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Ibiza Hippie Trommeln
1995

Liebe Leserin, lieber Leser.

Als ich mit 18 Jahren (1970) überlegte, meinem Herzenswunsch zu folgen und Musiker zu werden, sagte mein Vater zu mir: "Musik ist doch nur brotlose Kunst, damit kann man kein Geld verdienen, also lern was Anständiges." Deshalb folgte ich anfangs eher widerwillig Vaters guten Absichten, mich vor einer finanziell unsicheren Zukunft zu schützen, und arbeitete fortan in anständigen Berufen, weil sie mir gutes Geld brachten.

Doch sie brachten mir ebenso ein permanentes Gefühl von Unzufriedenheit und Frust, und dieses Gefühl wurde von Jahr zu Jahr stärker. Doch für das gute Geld konnte man sich ja all diese tollen Sachen kaufen und sich so die Unzufriedenheit auf der Arbeit wieder schönreden: "Also soooooo schlimm ist die Arbeit ja nun auch wieder nicht. Dafür haben wir jetzt dieses tolle (teure) Eigenheim." Und mit der Zeit verblasste mein Herzenswunsch immer mehr zu einem verrückten Traum eines unreifen und unwissenden Teenagers. Das ist auch gut so, redete ich mir ein, denn von Träumen allein kann man ja schließlich nicht leben. Irgendwann muss ja jeder mal erwachsen werden.

Doch 12 Jahre später wurde ich durch einen magischen Moment mit voller Wucht und völlig überraschend wieder an meinen tiefen Herzenswunsch erinnert. Dieser Moment hat mich so stark im Herzen berührt, dass ich meine schon fast vergessene tiefe Sehnsucht zum Musizieren jetzt nicht mehr ignorieren konnte, sondern endlich ernst nahm. Und diese Entscheidung sollte mich mit aller Kraft wieder zurück zum Musizieren bringen und mein Leben in eine ganz neue Richtung führen.

Doch bis ich den Mut aufbrachte, mich mit meinen eigenen Songs als Musiker selbstständig zu machen, sollten noch einmal weitere 10 Jahre vergehen. Das lag wohl auch daran, dass mir Vaters mahnende Worte noch immer im Ohr klangen.
Weiterlesen in meiner Autobiographie: Musik war schon immer mein Ding →



Anfang der 1980er-Jahre begann ein weltweiter Umbruch in der Musikbranche: Die Ära der digitalen und computergesteuerten Musik brach an und veränderte die bisherige Musikerzeugung und -produktion grundlegend. Dieser revolutionäre Wandel ist vergleichbar mit dem späteren Erscheinen des Smartphones, welches die mobile Kommunikation weltweit revolutionierte. Die neuen technischen Möglichkeiten faszinierten mich so tiefgreifend, dass ich mich von 1982 bis Ende 1991 intensiv als Keyboarder mit verschiedenen Synthesizern sowie der dazugehörigen Musik-Soft- und -Hardware beschäftigte.

Was ist ein "Keyboarder"?
"Ein Keyboarder ist ein Musiker, der Tasteninstrumente wie Keyboards, Synthesizer, E-Pianos und Orgeln spielt und als vielseitiger Klang- und Effekterzeuger für Soundteppiche und Bläser- und Streicherarrangements, sowie auch oft für das harmonische Fundament eines Songs zuständig ist. Im Vergleich zum klassischen Pianisten muss sich ein Keyboarder nicht nur mit dem Spielen und Bedienen von oft mehreren Hartware- und Software- Synthesizern unterschiedlicher Klangerzeugungssysteme auskennen, sondern sich auch mit dem Programmieren und Bedienen von diversen computergesteuerten Musik Software-Programmen bestens auskennen. Im Großen und Ganzen brauchst ein Keyboarder ein breit gefächertes Expertenwissen im Bereich der elektronischen Musikerzeugung." So die offizielle Beschreibung.

Doch für mich war das Keyboard bzw. der Synthesizer so viel mehr, als es die obige Beschreibung vermuten lässt. Mein Kopf war voll von eigenen Melodien und die wollten jetzt alle irgendwie raus aus meinem Kopf und zum Leben erweckt werden. Es war so, als wenn ich unter einem Wasserfall voller Melodien stand, die alle auf mich herabprasselten. Wie sollte ich diese Flut von Melodien nur behalten, geschweige denn irgendwie zu Gehör bringen?
Ich möchte meine ganz persönlichen Empfindungen beim Umgang mit dem Synthesizer anhand eines blumigen Beispiels beschreiben:

Bitte stellen Sie sich vor, Sie sehen sich einen Film an, der Sie tief berührt und in Ihren Bann zieht. Stellen Sie sich nun weiter vor, dass Sie nicht mehr nur Zuschauer sind, sondern aktiv in diesem Film mitspielen. Sie sind eine individuelle Rolle und haben die Freiheit, Ihren Charakter sowie Ihr äußeres Erscheinungsbild selbst zu gestalten. Alles, was Sie sagen und tun, hat direkten Einfluss auf Ihre Mitspieler und auf den gesamten Verlauf des Films. Und dabei sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Oder auch so ausgedrückt:
Manchmal können wir mit Musik verschlossene Türen öffnen oder schier unüberwindbare Grenzen und Mauern einfach so überfliegen. Manchmal können wir mit Musik unbekannte Räume und Landschaften betreten oder Farben malen, die uns total verzaubern. Manchmal kann Musik in uns überschäumende Freude, Glück, Hoffnung und Mut freisetzen. Und manchmal können wir mit Musik auch unserer Wut, unserem Zorn, unserer Verzweiflung oder unserem Bewegungsdrang einen Platz zum Ausleben, einen Raum zum Anhören und eine Stimme zum Rausschreien geben. Ja, manchmal können wir mit Musik sogar geliebte Personen wiedersehen, die wir aus unseren Träumen schon so lange kennen. Denn Musik kann uns berühren, uns umarmen, trösten, streicheln, liebkosen, wärmen und unsere alten Wunden und Verletzungen heilen. Vielleicht liegt es daran, weil Musik unser Herz berührt und dem Verstand einen Moment Ruhe und Frieden gönnt.

Und plötzlich können wir atmen, riechen, schmecken, sehen, gehen, rennen und fliegen. Plötzlich können Freude, Fantasie, Kreativität, Intuition und Inspiration fließen. Erst nur als kleine Quelle, dann wird daraus ein Rinnsal, das zu einem Bach und dann zu einem Fluss wird und der schließlich in ein riesiges, weites, offenes Meer mündet. Plötzlich können wir erahnen, empfinden, erfahren, begreifen, erleben, spüren und fühlen, was unser Verstand nicht erklären kann. Und plötzlich können wir anderen verzeihen und vergeben, und manchmal sogar uns selbst. Und plötzlich können wir Vertrauen, Hoffnung, Trost, Wärme, Nähe, Zärtlichkeit und Liebe geben und annehmen. Plötzlich spielen Zeit, Raum, das Gestern, das Heute und das Morgen keine Rolle mehr, sondern nur noch das tiefe Gefühl der eigenen Sicherheit und des eigenen Vertrauens. Und plötzlich können ungeweinte Tränen fließen, und wir können endlich loslassen und unsere Lieben gehen lassen, weil wir in diesem Moment fühlen, dass nichts für immer verloren geht, sondern dass wir alle miteinander verbunden sind und uns eines Tages wiedersehen. Das alles und noch viel mehr hat Musik jedenfalls bei mir ausgelöst. Und sie kann es jederzeit wieder tun.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Hören und Fühlen.
Herzlichst, Peter Reifegerste.


x Sound-Experimente von 1982/83 mit Mini Moog und Korg MS10
anhören →

Siehe auch: Meine Synthesizer der 1980er →


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Peter Reifegerste Keyboarder

 

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Autor: Peter Reifegerste - Einige Bilder von Pixabay

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